10 nachhaltige Ernährungstipps
Ausgewogenheit und Umweltverträglichkeit sind die beiden Säulen einer nachhaltigen Ernährung. Sie bilden ein harmonisches Duo: Was unserem Körper wohltut, nützt in der Regel auch der Umwelt und umgekehrt. Die Pyramide veranschaulicht, worauf es zu achten gilt. Zur Erläuterung die 10 wichtigsten Regeln.
1. Frisch, bunt und vielfältig
Gemüse und Früchte sind
die Gesundheitschampions. Sie enthalten Vitamine, sekundäre Pflanzen-,
Mineral- und Ballaststoffe. Zudem haben sie nur wenig Kalorien. Ihnen
gebührt deshalb viel Platz auf dem Teller. Die Faustregel «fünf pro
Tag» bedeutet, fünf Portionen Gemüse, Salat und Obst über den Tag
verteilt zu sich zu nehmen. Zum Beispiel: ein Glas Fruchtsaft zum
Frühstück, einen Apfel oder eine Handvoll Dörrfrüchte zwischendurch,
eine Salat und eine Gemüsebeilage zum Mittagsmenü und abends zum
Apéro Gemüsestängeli mit Dip.
2. Sättigende Kohlenhydrate
Brot,
Müesli, Reis, Mais, Kartoffeln und Teigwaren sind unerlässliche
Energiespender, an denen man sich satt essen darf. Die Menge richtet
sich nach dem persönlichen Energieverbrauch bei der Arbeit und in der
Freizeit. Wer Vollkornprodukte wählt, wird merken, dass sie den Hunger
länger stillen. Die darin enthaltenen Ballaststoffe sorgen dafür, dass
die Verdauung optimal funktioniert.
3. Täglich genügend Eiweiss
Auch Proteinlieferanten gehören zu jeder Hauptmahlzeit, seien es
tierische wie Fisch, Fleisch, Eier und Milchprodukte oder pflanzliche
wie Tofu, Sojabohnen, Kichererbsen, getrocknete Bohnen und Erbsen. Wer
häufiger pflanzliche Eiweissquellen wählt, handelt nachhaltig und
bereichert seine Ernährung in gesundheitlicher und kulinarischer
Hinsicht. Zur täglichen Eiweisszufuhr tragen auch Getreideprodukte,
Samen, Kerne und Nüsse bei.
4. Ausreichend Kalzium
Starke
Knochen und gesunde
Zähne brauchen täglich ihre Dosis Kalzium. Deshalb empfiehlt es sich,
dreimal pro Tag Milchprodukte zu konsumieren, etwa ein Glas Milch,
einen Becher Joghurt und 30–60 g Käse. Auch kalziumreiche Mineralwässer
(über 300 mg/l) tragen zur Bedarfsdeckung bei. Wer Kalorien sparen und
das Klima schonen will, kann auf fettreduzierte Michprodukte
zurückgreifen. Sie enthalten mindestens so viel Eiweiss und Kalzium,
aber weniger Fett und damit weniger Kalorien. Für die Herstellung
jeder Kalorie tierischer Herkunft werden rund sieben Kalorien in Form
von Futterpflanzen aufgewendet. Da Fett einen sehr hohen Energiewert
aufweist, ist die Klimabilanz bei fettarmen Milchprodukten besser als
bei fettreichen.
5. Lebensspender Wasser
Mindestens
1,5 Liter Flüssigkeit braucht unser Körper täglich. Der beste
Durstlöscher ist Wasser oder ungezuckerte Kräuter und Früchtetees.
Massvoller Kaffee- und Alkoholgenuss ist kein Problem.
6. Wertvolle Pflanzenöle
Fette
und Öle verfeinern schon in sehr geringen Mengen die Speisen. Als
besonders gesund gelten Oliven- und Rapsöl. Bereits ein Esslöffel
Rapsöl deckt den gesamten Tagesbedarf an wertvollen pflanzlichen
Omega-3-Fettsäuren. Rapsöl stammt zudem meist aus Schweizer Produktion;
das spart Transportenergie. Raps- und Olivenöl eignen sich hervorragend
für die kalte (Dressings) und warme Küche (Dünsten, Backen, Kochen).
Für die heisse Küche, also zum Braten, Fritieren und Grillieren,
empfehlen sich hitzebeständigere Öle oder Fette (z. B. Erdnussöl). Auch
Nüsse sind wertvolle, gesunde Lieferanten hochwertiger Fettsäuren.
7. Mässig Zucker
Neben den natürlichen Zuckerarten, die
in Früchten, Gemüse, Milch und Getreideprodukten vorkommen, dürfen
bis zu 10 Prozent der Energie, die ein Mensch zu sich nimmt, aus
zugesetztem Zucker (weissem oder braunem Zucker, Fruchtzucker), Honig,
Dicksaft oder Fruchtsaft stammen. Diese Menge – bei einem Erwachsenen
rund 50 Gramm – wird etwa mit einem Glas Fruchtsaft, einer Portion
Konfitüre oder Honig, einem Getreidestängel und einem Becher
Fruchtjoghurt erreicht. Oder mit einer Portion Knuspermüesli, einer
Dose Süssgetränk, einer Reihe Schokolade und einem Madeleine. Man darf
sich also ruhig hie und da etwas Süsses gönnen.
8. Saisonal und regional
Je
nach Jahreszeit verwöhnt uns die Natur mit unterschiedlichem Gemüse
und Obst. Wer sich an den natürlichen Erntezeiten orientiert, wird mit
aromatischen Zutaten und Abwechslung auf dem Teller belohnt. Der
Einkauf von frischem Freilandobst und -gemüse sowie anderen regionalen
Lebensmitteln verbraucht viel weniger Energie und verursacht
entsprechend weniger Treibhausgase als der Transport aus dem Ausland
oder die Produktion in beheizten Treibhäusern. Auch im Winter muss man
keineswegs auf frisches, vitaminreiches Gemüse verzichten. Klassische
Wintergemüse sind etwa die diversen Kohlsorten, Karotten, Chicorée,
Schwarzwurzeln oder Randen. Und Nüsslisalat: Dieser braucht – im
Gegensatz zu anderen Salatsorten – kein beheiztes Treibhaus, sondern
kann den ganzen Winter über bei Bedarf frisch geerntet werden.
9. Selbst gekocht
Industriell
verarbeitete Lebensmittel können die Alltagsküche erleichtern, da sie
weniger Zubereitungszeit erfordern. Diese Produkte sollten jedoch
gezielt ausgewählt werden. Wer selbst kocht, kann den Gehalt an Zucker,
Salz und Fett selbst bestimmen und Zusatzstoffe (wie Farbstoffe,
Konservierungsmittel und Geschmacksverstärker) meiden. Zudem lässt sich
bei vielen Lebensmitteln Energie einsparen. Frisch zubereitete
Kartoffeln etwa verursachen 23 Mal weniger Treibhausgase als
Tiefkühl-Pommes-frites.
10. Schonend zubereitet
Einen
Grossteil unserer Nahrung nehmen wir warm zu uns. Das ist gut so, weil
bestimmte Stoffe erst durch den Garprozess bzw. durch ein wenig Fett
für den Körper verwertbar gemacht werden. Das gilt auch für Gemüse.
Zum Beispiel kann der Körper durch das Zerkleinern und Erhitzen von
Karotten den Wirkstoff Beta-Carotin besser aufnehmen. Gibt man noch ein
wenig Rahm oder Öl hinzu, steigert das die Aufnahme fettlöslicher
Substanzen. Wasserlösliche Vitamine und Mineralstoffe bleiben erhalten,
wenn Gemüse bissfest gekocht oder gedämpft wird. Beim Garen sollte
möglichst wenig Wasser verwendet werden. Es sei denn, man verwendet das
Kochwasser weiter, zum Beispiel für eine Sauce oder eine Suppe.