Copyright-Hinweise
Text: Michaela Namuth | Fotos: Colin Dutton | Rezeptadaption: Lina Projer
veröffentlicht am 24.02.2012
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Essen und Trinken 1 I La figlia del presidente
http://www.lafigliadelpresidente.it/
Via Grande Archivio 23
Tel. +39 081 286738. Pizzeria und tagsüber auch Friggitoria mit Strassenverkauf. Die Spezialitäten von Maria Cacialli und Felice Messina sind Pizza Margherita, Calzone und Pizza fritta. Preisklasse: günstig.
2 I La cantinella
Via Cuma 42
Tel. +39 081 7648684. Elegantes Restaurant, das die traditionelle Küche modern interpretiert, vor allem Kompositionen aus Fisch oder Meeresfrüchten und Gemüse. Preisklasse: gehoben.
3 I Trattoeria a cucin'e Mamma
http://www.trattoriaacucinemamma.com/
Via Foria 101
Tel. +39 081 449022. Trattoria von Teresa und Beppe Stagliano mit hervorragender traditioneller Küche. Die Spezialitäten des Hauses sind Ringsragout und Calamarata. Preisklasse: günstig. Neapel: Beste Adressen
4 I Mercadante Corso
http://www.enotecamercadante.com/
Corso Vittorio Emanuele 643644
Tel. +39 334 7807377. Enoteca der SommelierBrüder Stefano und Francesco Continisio. Erlesene Auswahl an regionalen und internationalen Weinen, zum Probieren und zum Kaufen. Abends auch Jazzkonzerte. Preisklasse: mittel.
5 I Gran Bar Riviera
Riviera Chiaia 181
Tel. +39 081 665026. Antikes Café mit Konditorei. Es gibt traditionelles Kuchengebäck wie Pastiera, Sfogliatelle und Babà. 24 Stunden geöffnet. Preise: günstig.
6 I Einkaufen Mercato della Pignasecca
Via Pignasecca
Der älteste und grösste Tagesmarkt im Zentrum. Eine Art Basar mit Obst, Gemüse, Käse, Schuhen, Kleidung, Unterwäsche und Raubkopien. Inmitten der Gassen der Quartieri Spagnoli.
7 I Mandra
Via Ponte di Tappia 4
Tel. +39 081 5512964. Wenn man Büffelmozzarella und den typischen Hartkäse Cacciocavallo an dieser Adresse kauft, weiss man, dass er wirklich von bester Qualität ist. Auch Salami und Schinken.
8 I Gay-Odin
Via Vetriera 12
Tel. +39 081 417843. Kunstvoll verzierte Schokolade und Pralinés. Der Hauptsitz und die Herstellung sind immer noch in Neapel. Es gibt inzwischen aber auch Geschäfte in anderen italienischen Städten.
In Neapel entstand die gebackene Landesflagge, die Pizza Margherita. Pizzaiola Maria Cacialli verrät ihre Lieblingsadressen in der Hafenstadt.
Eine echte Margherita zu backen,
lernte ich schon als
Kind von meinem Vater», erzählt
Maria Cacialli, während
sie den nächsten belegten
Fladen in den Holzofen
schiebt. Sie gehört im knapp eine Million
Einwohner zählenden Neapel zu den
wenigen weiblichen Pizzaiole. Ihr Vater
war Ernesto Cacialli, den alle il presidente
nannten. Denn 1994, anlässlich
des G-7-Treffens in Neapel, lud er USPräsident
Bill Clinton ein, bei ihm eine
echte Margherita zu essen.
Maria und ihr Mann Felice Messina
haben ihre Pizzeria in Erinnerung an
Ernesto «La Figlia del Presidente»
genannt. Das Lokal liegt im antiken Herzen
der Stadt, nahe der Via San Biagio
dei Librai, die ein Teil des berühmten
Spaccanapoli ist, einer langen Strasse,
die die Stadt zweiteilt: Auf dieser Seite
ist Neapel l ärmend. Die Händler verkaufen
alles, vom typischen Goldschmuck
bis zur Krippenfigur aus Plastik. Auf der
anderen Seite findet man im Stadtteil
um die Piazza del Plebiscito, neben dem
barocken Königspalast, das moderne,
schicke Neapel.
Das «Figlia del Presidente» liegt im
Keller eines Gebäudes aus dem 14. Jahrhundert
und bietet 150 Personen Platz.
Studenten, Professoren, Angestellte des
benachbarten Gerichts, aber auch Nachbarn
aus dem Viertel gehören zu den
Stammgästen der Pizzeria.
Die neapolitanische Pizza wurde vor
zwei Jahren mit dem europäischen
Gütezeichen STG, Specialità Tradizionale
Garantita, geehrt. Und so findet
man fast an jeder Ecke der Stadt eine
schmackhafte Pizza. Aber nur wenige
Lokale haben sich so schnell einen guten
Namen gemacht wie «La Figlia del
Presidente». Es existiert erst zwei Jahre,
steht aber schon auf der Top-Ten-Liste
von Neapels Pizza-Experten. Luciano
Pignataro, Redaktor der Tageszeitung
«Il Mattino» und bekannter Restaurantund
Weinkritiker der Stadt, besuchte
sofort nach der Eröffnung Maria, um
ihre Pizzas zu probieren. Neugierig, ob
auch die Tochter das Pizzaiolo-Gen geerbt
hat. Maria bestand den Test: «Selbst
der Teig ihrer Pizza fritta ist weich und
leicht», schwärmt der Gastroexperte.
Die in Fett ausgebackene Pizza fritta
und die Pizza Margherita sind die Urtypen
der Pizza. Ihre Herkunft ist ungewiss.
Fladenbrot war bereits vor 3000
Jahren im antiken Ägypten bekannt.
Wahrscheinlich kam es auf dem Seeweg
in die süditalienische Hafenstadt.
Die älteste Form der neapolitanischen
Pizza heisst Mastunicola. Die Ehefrau
eines Bauarbeiters mit dem Namen
Mastro Nicola soll sie im 17. Jahrhundert
erfunden haben. Wie heute die Pizza
fritta wurde sie wie ein Vesperbrot zusammengeklappt
und mit Käse, Schweineschmalz
sowie Basilikum gefüllt und
in Fett ausgebacken.
Die weniger deftige Version, die Margherita,
erfand das Pizzabäckerpaar
E
Rosa Brandi und Raffaele Esposito zu
Ehren der Königin Margherita von Savoyen.
Sie belegten ausgerollten Brotteig
mit Tomaten, Mozzarella sowie Basilikum
und schoben ihn kurz in den
heissen Ofen. Die Königin war von dem
Backwerk genauso angetan wie der USPräsident
gut hundert Jahre später. So
wurde 1889 zum Geburtsjahr der Pizza
Margherita in den Farben der damals
noch jungen Nation Italien: Grün, Weiss
und Rot.
Pizza fritta und Pizza Margherita
symbolisieren die zwei Seelen der neapolitanischen
Küche: die volkstümliche
und die aristokratische. Zur Küche der
Armen gehörten süsse und salzige, in
Fett gebackene Teigwaren, dicke Macmariacheroni und Gemüsegerichte wie die
Scarola (gedünsteter Endiviensalat)
oder Friarielli (Broccoliblätter). Am
königlichen Hof wurde aus einfachen
Auberginen eine kunstvoll gestapelte
Parmiggiana, aus den Maccheroni fantasievolle
Aufläufe mit Erbsen und französischer
Béchamelsauce.
Die raffinierte Verbindung dieser beiden
Kulturen macht die wahre neapolitanische
Küche aus, die mit Weinen aus
der Gegend besonders mundet.
Journalist und Weinspezialist Luciano
Pignataro schätzt die einheimischen
Gewächse: «Die Weine aus der Gegend
um Neapel – vom weissen Falanghina
bis zum roten Aglianico – sind frisch
und haben einen hohen Säuregehalt.
Deshalb harmonieren sie mit fast allen
Gerichten.» Zur OriginalMargherita
empfiehlt er einen roten, leicht perlenden
Gragnano. «Er ist ein echter Neapolitaner
und passt zu den herzhaften Gerichten
seiner Heimat.»
Das Gütezeichen «echte Neapolitanerin
» verleiht der Kritiker auch Maria
Cacialli. «Sie ist eine neapolitanische
Matriarchin. Die Männer sind der Arm,
und sie ist der Kopf», erklärt Luciano
Pignataro augenzwinkernd. Trotzdem:
Maria kauft die frischen Zutaten für ihre
Pizzas selbst. Morgens auf dem Markt
von Pignasecca. In den verwinkelten
Gassen der Quartieri Spagnoli, wo Touristen
nicht mit teuren Fotoapparaten
herumschlendern sollten, grüssen sie
die Verkäufer alle respektvoll.
Das Mehl holt sie in der Mühle San
Felice in Cimitile, die schon ihren Vater
beliefert hat. «Es muss die richtige
Konsistenz aufweisen, sonst fällt der
Teig in sich zusammen.» Auf Marias
Speisekarte stehen, wie in allen guten
Pizzerias, zwei Varianten der Margherita:
Für die etwas teurere DOCVersion
verwendet sie frische VesuvTomaten,
für die normale Margherita Dosentomaten,
die sie selbst passiert. Auf Letztere
kommt die salzigere MozzarellaSorte
Fior di latte, auf die DOC legt sie die edlere
Büffelmozzarella. «Bei den Zutaten
sparen wir nie, und das schmecken unsere
Gäste», sagt Maria Cacialli. Trotzdem
kann man in ihrem Lokal für
weniger als zehn Euro essen und trinken
und dabei gemütlich unter Familienfotos
sitzen.
Will Maria Cacialli mal keine Pizza,
sondern ein echtes neapolitanisches
Rindsragout geniessen, geht sie in die
Trattoria A Cucin’e Mammà. Hier steht
Mamma Teresa in der Küche, in die jeder
Gast hineinschauen darf. Ehemann
Beppe reicht zur Fleischsauce, die stundenlang
auf dem Herd köchelte, lange
breite Pasta, die sogenannte Manfredi.
Wer lieber ein typisches Fischgericht
wünscht, bekommt die klassische Calamarata
serviert: ringförmige PaccheriPasta
mit frischen Meeresfrüchten.
Wie die Trattoria von Beppe und Teresa
ist auch Marias Caciallis Pizzeria ein
Familienbetrieb. Um die Zukunft ihres
Lokals muss sie sich keine Sorgen
machen. Der älteste ihrer beiden Söhne
tritt bereits in die Fussstapfen seiner
Eltern: Der 19jährige
Armando nimmt
an PizzabäckerWettbewerben
teil. «Das
letzte Mal belegte er schon den dritten
Platz», sagt die Mutter stolz, während
der Sohn bei seinem Vater am Holzkohleofen
steht und mit einer langen
Schaufel Teigfladen in die heisse Röhre schiebt.
Text: Michaela Namuth | Fotos: Colin Dutton | Rezeptadaption: Lina Projer
Via Grande Archivio 23
Tel. +39 081 286738. Pizzeria und tagsüber auch Friggitoria mit Strassenverkauf. Die Spezialitäten von Maria Cacialli und Felice Messina sind Pizza Margherita, Calzone und Pizza fritta. Preisklasse: günstig.
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Tel. +39 081 7648684. Elegantes Restaurant, das die traditionelle Küche modern interpretiert, vor allem Kompositionen aus Fisch oder Meeresfrüchten und Gemüse. Preisklasse: gehoben.
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Tel. +39 081 449022. Trattoria von Teresa und Beppe Stagliano mit hervorragender traditioneller Küche. Die Spezialitäten des Hauses sind Ringsragout und Calamarata. Preisklasse: günstig. Neapel: Beste Adressen
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Tel. +39 334 7807377. Enoteca der SommelierBrüder Stefano und Francesco Continisio. Erlesene Auswahl an regionalen und internationalen Weinen, zum Probieren und zum Kaufen. Abends auch Jazzkonzerte. Preisklasse: mittel.
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Tel. +39 081 665026. Antikes Café mit Konditorei. Es gibt traditionelles Kuchengebäck wie Pastiera, Sfogliatelle und Babà. 24 Stunden geöffnet. Preise: günstig.
Via Pignasecca
Der älteste und grösste Tagesmarkt im Zentrum. Eine Art Basar mit Obst, Gemüse, Käse, Schuhen, Kleidung, Unterwäsche und Raubkopien. Inmitten der Gassen der Quartieri Spagnoli.
Via Ponte di Tappia 4
Tel. +39 081 5512964. Wenn man Büffelmozzarella und den typischen Hartkäse Cacciocavallo an dieser Adresse kauft, weiss man, dass er wirklich von bester Qualität ist. Auch Salami und Schinken.
Via Vetriera 12
Tel. +39 081 417843. Kunstvoll verzierte Schokolade und Pralinés. Der Hauptsitz und die Herstellung sind immer noch in Neapel. Es gibt inzwischen aber auch Geschäfte in anderen italienischen Städten.
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