Copyright-Hinweise
Text: Christiane Binder | Fotos: Daniel Aeschlimann | Rezeptadaption: Lina Projer
veröffentlicht am 25.01.2012
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Wohnen und essen 1 I Hotel Kaiserhof
http://www.hotel-kaiserhof.at/
Hahnenkammstrasse 5, 6370 Kitzbühel,
Tel. +43 5356 755 03. Das gemütliche Viersternehaus der Best-Western-Kette mit gepflegtem Spa direkt neben der Hahnenkamm- Talstation und fünf Gehminuten vom Stadtzentrum entfernt ist eine sichere Wahl. Doppelzimmer ab € 125.– pro Person (Nebensaison), Hauptsaison € 190.–, jeweils mit Halbpension.
2 I Rosi’s Sonnbergstuben
Oberaigenweg 103, 6370 Kitzbühel
Tel. +43 5356 646 52. Täglich 11.30–21.30 Uhr, durchgehend warme Küche. Hollodiööö! Die Volksmusikerin und berühmteste Terrassenwirtin von Kitzbühel, Rosi Schipflinger, ist Kult. Die 400 Meter über dem Ort gelegene urige Wirtschaft mit Viersterneunterkunft mit ihren 14 Zimmern finden Porschefahrer ebenso wie Normalsterbliche zum Jodeln schön. Günstigste Doppelzimmer € 110.– für beide mit Frühstück in der Nebensaison und in der Hauptsaison € 180.–.
Essen und Trinken 3 I Hallerwirt
Oberaurach 4, 6371 Aurach
Tel. +43 5356 645 02. Mi–So 11.30–23.30 Uhr, Küchenzeit 11.30–22 Uhr, 14–18 Uhr kleine Karte. Der Erbhof mit Landwirtschaft ist das grösste und älteste Blockhaus im Raum Kitzbühel. Die familiär geführte Wirtschaft wird seit 1720 von Generation zu Generation weitergereicht.
4 I Schwarzer Adler
http://www.schwarzeradler-jochberg.at/
Dorf 13, 6373 Jochberg
Tel. +43 5355 5215, Mi–So ab 17 Uhr. Küchenchef Andi Wahrstätter, einst jüngster Haubenkoch Österreichs, serviert im Ambiente eines gutsherrlichen Anwesens Tiroler Küche auf Gourmetniveau.
Essen und Trinken 5 I Hallerwirt
Vorderstadt 18, 6370 Kitzbühel
Tel. +43 5356 645 02. Mi–So 11.30–23.30 Uhr, Küchenzeit 11.30–22 Uhr, 14–18 Uhr kleine Karte. Der Erbhof mit Landwirtschaft ist das grösste und älteste Blockhaus im Raum Kitzbühel. Die familiär geführte Wirtschaft wird seit 1720 von Generation zu Generation weitergereicht.
6 I Steuerberg Bichlachweg
Bichlachweg 78, 6370 Kitzbühel
Tel. +43 5356 648 87, Do–Di 10–24 Uhr, warme Küche 11.30–21.30 Uhr. Babsi Obernauer ist zuständig fürs farbenfrohe Ambiente. Ehemann Wolfgang Obernauer versteht sich auf seine weithin bekannten Steaks vom Angusrind genauso wie auf Kalbstafelspitz.
7 I Einkaufen Metzgerei Huber
Bichlstrasse 14, 6370 Kitzbühel
Tel. +43 5356 665 50, Kitzbüheler Schmankerl wie Hahnenkamm- und Honigkrustenschinken.
8 I Stadtführung Pepi Treichl
Höglrainmühle 3, 6370 Kitzbühel
Der berühmteste Stadt- und Bergführer für exklusive Gäste. Kann toll erzählen und macht auch noch Musik.
Im Tiroler Nobelkurort Kitzbühel wird ganz normale österreichische Küche serviert – einfach ein bisschen raffinierter als fast überall sonst.
Ein perfektes Tiroler Essen,
«jo mei», sagt der Pepi,
«das ist, wennst dich lang
drauf freust und lang hinterher
drüber redest». Im
Flachland wäre der charmante
Stadtführer der Herr
Treichl, in den Bergen
pflegt man das Du, auch mit den exklusiven
Gästen, auf die Pepi spezialisiert
ist. Ein Bilderbuch-Einheimischer und
wandelndes Lexikon seines Kitzbichl,
wie das nach der Gams (Kitz) auf dem
Hügel (Bühel) benannte Alpenstädtchen
bei den Eingesessenen heisst.
Essen zu finden, auf das man sich freut
und über das zu reden sich lohnt, ist in
Pepis Heimat einfach. Zu den besten
Adressen führte er bereits als junger
Privatskilehrer seine anspruchsvollen
Kunden. Für eine deftige Leberknödelsuppe
schenkten sie ihr Lunchpaket aus
dem Luxushotel den Einheimischen, die
sich ihrerseits über Pasteten, französisches
Weissbrot und exotische Früchte
freuten.
Von der einfachen Jausenstuben bis
zum Berggasthof mit gehobener regionaler
Küche – Pepi kennt sie alle. Beim
einen
gibts formidablen Braten, der andere
ist für Kaiserschmarrn bekannt,
jener für die feinsten Beisserl (kleine
Hartwürste), das beste Gröstl (Pfannengericht
aus Kartoffeln und Fleisch) oder
Schlutzkrapfen, eine Art Tiroler Ravioli
mit Quark-Kräuter-Füllung. Pepis Toptipp
für Tafelspitz ist der Berggasthof
Steuerberg. Pächter Wolfgang Obernauer,
Jahrgang 1950 wie er und ein ehemaliger
Schulkamerad, macht ihn mit
butterzartem Kalbfleisch: «Dös kannst
mit der Gabel zerteilen.» Zum Dessert
empfiehlt der Stadtführer Schmarrn. Jeder
Kitzbichler bereite ihn anders zu,
«mal ist er dicker, mal dünner, manche
tun in den Teig Mineralwasser, andere
Eierlikör. Beim Wolfgang kommen Rosinen
und etwas Zitronenschale rein.»
Das Wirtshaus empfängt den Besucher
mit bunter Tiroler Volkskultur, karierten
Tischdecken in Rot-Weiss, getäferten
Wänden, einer feschen Wirtin im Dirndl.
Barbara «Babsi» Obernauer serviert
dem Gast als Amuse-gueule landestypische
Liebenswürdigkeiten wie «guat
schaust aus!». Über der Eckbank hängt eine beachtliche Bildergalerie. Babsi
strahlt um die Wette mit Formel-1-
Rennfahrer Michael Schumacher, mit
Wimbledon-Sieger Boris Becker, mit
Ex-Skistar und Volksmusiker Hansi
Hinterseer. Auf dem Steuerberg feierten
Abkömmlinge der Faber-Castell ihre
Hochzeit, Mick Hucknall, Sänger der
Band Simply Red, schwelgte in einer
Riesenportion Kaiserschmarrn, und alle
kommen immer wieder.
In Kitzbühel läuft man eher Fürst Albert
von Monaco oder der Fussballlegende
Franz Beckenbauer über den Weg als
einem Rucksacktouristen. Vor allem für
die schicken Münchner ist «Kitz», wie
sie sagen, fast ein Vorort. Sind ja nur
zwei Autobahnstunden dorthin. Und das
Gipfelpanorama aus Wildem Kaiser,
Kitzbüheler Horn sowie Hahnenkamm
strahlt noch schöner als die bayerischen
Berge.
«Hier heroben ist die Luft dünn», sagt
«Steuerberg»-Wirt Wolfgang Obernauer.
Er spricht nicht von der Terrasse, einer
der schönsten der Umgebung, er meint,
dass man sich als Wirt «zammreissen»
muss, um den Ansprüchen des Publikums
gerecht zu werden. Für ihn heisst
das: kein Kaviar auf der Karte, lieber
Gröstl, «aber mit Fleisch in Tafelspitz-
Qualität».
Bei knapp 8500 Einheimischen verfügt
die Stadt über mehr als 1000 Zweitwohnsitze, gediegen ausgestattet. Für
eine besonders exklusive Herberge
muss man über sechs Millionen Euro
hinblättern. Und auch die fast 300000
Kurzbesucher verfügen über ein überdurchschnittlich
hohes Einkommen, wie
eine Befragung von Kitzbühel Tourismus
ergab.
Doch ein Kitzbichler bewegt sich auf
Augenhöhe. Die Presse zu holen, weil
wieder ein «von und zu» beim Schweinsbratl
gesichtet wurde, ihn gar um ein
Autogramm zu bitten, wäre unter seiner
Würde. «Wir sind stolze Leute», sagt
Pepi. Man kommt schliesslich nicht aus
der Holzhütte. Kitzbühel ist seit mehr
als 700 Jahren Stadt, das bürgerliche
Ego manifestiert sich in wuchtigen Häusern
und Kirchen. Selbst die Toten ruhen
repräsentativ. Der Friedhof mit den
Gräbern alter Familienclans und ruhmreicher
Kitzbichler wie Skilegende Toni
Sailer ist einer der schönsten von Tirol.
Das Geld brachte seit dem Mittelalter
der Abbau von Silber und Kupfererz, der
letzte Stollen machte 1926 dicht, da war
Kitzbühel schon auf dem Weg zum
Topskiort im Tiroler Unterland. 1902
formierte sich der erste Skiclub. 1903
öffnete das Grandhotel. Pepi erzählt, wie
er sich im 1955 gegründeten Golfclub,
«damals nur für Adlige», als Bauernbub
seine ersten Dollars als Caddy verdiente,
«da lernst du, dich unter den Reichen
zu bewegen».
Den eigentlichen Mythos Kitzbühel begründete
jedoch im Jänner 1931 das
Hahnenkammrennen auf der Streif, vom
Start weg ein Event mit internationaler
Leuchtkraft. Den prominenten Zuschauern
der Anfangszeit, etwa dem Boxer
Max Schmeling, erging es wie den internationalen
VIPs heutzutage: Sie wussten
nicht, welche Après-Ski-Party sie
zuerst beehren sollten.
Von Glanz und Gloria profitiert auch der
Normalsterbliche. Serviertöchter, bei
denen man nicht weiss, was einen mehr
erschreckt, die schlechte Laune oder
die Ahnungslosigkeit, sind in Kitzbühel
so untragbar wie lästige «Küss die
Hand»-Charmierer. Im feinen «Schwarzen
Adler», einer weiteren Ad resse, «auf
die du dich freuen kannst», verspricht
Pepi, haben an einem normalen Abend
100 Gäste reserviert, doch das Personal
arbeitet mit ruhiger Präzision. Das jahrhundertealte
Anwesen, mit Holzböden
und Terrasse mit Blick auf den Schützkogel,
wird meist von Zweitwohnsitz-
«Im Golfclub lernst
du, dich unter Reichen
zu bewegen.»
Stadtführer Pepi Treichl
lern frequentiert, «die gehen jeden
Abend auswärts essen, am liebsten in
Gruppen», sagt Pepi.
Andreas «Andi» Wahrstätter, einst der
jüngste Dreihaubenkoch Österreichs,
verwöhnt sie mit raffinierter Bauernküche,
20 Jahre lang erkochte er sich in
der elterlichen Gigglingstube im Kitzbüheler
Nachbarort Aurach einen Ruf,
von dem er nun im «Schwarzen Adler»
zehrt. Fachlich beherrsche er die «Haute
Cuisine rauf und runter», sagt er, aber
heute sei er zufrieden auch ohne Lorbeeren
vom«Gault Millau». «Wir kochen
auf höchstem Niveau, angepasst an
moderne Gewohnheiten.» Sich durch
langwierige Achtgänger zu speisen,
liege nicht mehr im Trend, «die Leute
wollen exzellent, aber schnell essen».
Andreas Wahrstätters Klassiker ist
Ochsenschwanz in Rotweinsauce, das
Fleisch so weich geschmort, dass es fast
allein vom Knochen fällt. Das Problem,
ob man sich den dritten Löffel vom buttrigen
Kartoffelstock erlauben kann,
wischt Pepi vom Tisch: «Bei uns hast
99 Kilometer Abfahrten und 170 Kilometer
Wanderwege, das trainierst leicht
wieder runter.»
Der Ochsenschwanz im «Schwarzen
Adler» stammt vom Angusrind aus eigener
Zucht, der Saibling aus dem nahe gelegenen Schwerterteich. In Kitzbühel
betet kein Küchenchef das Mantra von
den «frischen Produkten vom Bauern
aus der Region», die er ausschliesslich
verwendet. Der Gast erwartet das für
sein Geld automatisch. So lebt die glückliche
Pinzgauer Mutterkuh neben dem
auf Stroh gehaltenen Strohschwein, der
Fisch tummelt sich im reinsten Quellwasser.
Wild aus eigenen Jagden und
Pilze aus dem Wald sind eine Selbstverständlichkeit. Alles wirkt so intakt hier, mit knarzenden
Stiegen und behäbigen Kachelöfen,
an denWänden reihen sich Rehgehörne,
da schaut auch das Fernsehen öfter rein.
Sowohl im «Schwarzen Adler» wurde
schon gedreht als auch beim «Hallerwirt
», einem jahrhundertealten Erbhof.
Dass das authentische Dorfensemble
noch nicht durch Appartementbauten
verschandelt wurde, sei der HallerOma
Elfi zu verdanken, erklärt Pepi, die allen
Immobilienvertretern die Tür wies. Küchenchef Thomas Felzmann und seine
Köchin Claudia Paier, beides Deutsche,
kochen ganz im Sinn der HofErbin
Monika Stelzhammer und ihres
Mannes Jürgen: Speckknödl, Schweinsbratl,
Spatzln, Griessnockerlsuppe, wie
sie die Oma Elfi gemacht hat, aber ein
wenig leichter und moderner. Die Einheimischen,
die sonntags nach der Kirche
den «Hallerwirt» ansteuern, freuen
sich aufs Essen und reden darüber.
«Herrlich, dieser Topfenknödel. Luftig,
aber mit Biss.»
Nach dem Mahl ist man reif für ein kleines Bier, Seidl genannt, im Huberbräu-Stüberl vom Bichler Hermann in der Altstadt. Gegenüber Läden, in denen Lammfelljacken für 4000 Euro hängen. Bei ihm kostet das Tiroler Gröstl 7 Euro 80. Der freundliche Wirt lehnt Reservationen und sonstige Sonderbehandlungen ab, bei ihm sind alle gleich. Muss sich halt der «Herr Dokta Sowieso » zu den einheimischen Stammgästen gesellen, die ihn liebend gern in ein Gespräch verwickeln. «Kleinstadt mit Nerz» haben Spötter Kitzbühel genannt. Pepi sagt: «Hier siehsts, dass wir eine Kleinstadt mit Herz sind.»
Text: Christiane Binder | Fotos: Daniel Aeschlimann | Rezeptadaption: Lina Projer
Hahnenkammstrasse 5, 6370 Kitzbühel,
Tel. +43 5356 755 03. Das gemütliche Viersternehaus der Best-Western-Kette mit gepflegtem Spa direkt neben der Hahnenkamm- Talstation und fünf Gehminuten vom Stadtzentrum entfernt ist eine sichere Wahl. Doppelzimmer ab € 125.– pro Person (Nebensaison), Hauptsaison € 190.–, jeweils mit Halbpension.
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Tel. +43 5356 646 52. Täglich 11.30–21.30 Uhr, durchgehend warme Küche. Hollodiööö! Die Volksmusikerin und berühmteste Terrassenwirtin von Kitzbühel, Rosi Schipflinger, ist Kult. Die 400 Meter über dem Ort gelegene urige Wirtschaft mit Viersterneunterkunft mit ihren 14 Zimmern finden Porschefahrer ebenso wie Normalsterbliche zum Jodeln schön. Günstigste Doppelzimmer € 110.– für beide mit Frühstück in der Nebensaison und in der Hauptsaison € 180.–.
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Tel. +43 5356 645 02. Mi–So 11.30–23.30 Uhr, Küchenzeit 11.30–22 Uhr, 14–18 Uhr kleine Karte. Der Erbhof mit Landwirtschaft ist das grösste und älteste Blockhaus im Raum Kitzbühel. Die familiär geführte Wirtschaft wird seit 1720 von Generation zu Generation weitergereicht.
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Tel. +43 5355 5215, Mi–So ab 17 Uhr. Küchenchef Andi Wahrstätter, einst jüngster Haubenkoch Österreichs, serviert im Ambiente eines gutsherrlichen Anwesens Tiroler Küche auf Gourmetniveau.
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